08/03/2012 12:42

Die ersten Medaillenrennen rücken näher

Category: Deutschland
Surfer Wilhelm und Delle weiter auf schneller Welle, Rückschlag für Starboot-Crew Stanjek/Kleen nach Frühstart

Weymouth (DSV) – Während die Surfer Moana Delle und Toni Wilhelm im Olympiarevier vor Weymouth auch am fünften Regattatag der XXX. Olympischen Spiele erfolgreich unterwegs waren, musste die Berliner Starboot-Crew Robert Stanjek und Frithjof Kleen einen Dämpfer hinnehmen.
 
   Der Beste war am Donnerstag der letzte: Die RS:X-Surfer waren erst am späten Nachmittag im Anschluss an die RS:X-Surferinnen in ihre beiden Wettfahrten gestartet. Toni Wilhelm kam erneut zweimal exzellent von der Startlinie weg und glänzte in Rennen fünf mit Rang zwei. „Das Rennen habe ich auch taktisch sehr gut gelöst, es war wirklich gut“, zog Wilhelm Bilanz. Anschließend erkämpfte sich der 29-Jährige vom Württembergischen Yacht-Club noch einen fünften Rang und verteidigte damit Platz zwei im Zwischenklassement nach sechs von zehn Wettfahrten bis zum Medaillenrennen der Surfer am 7. August.
 
   Der in Lörrach geborene Sportwissenschaftler, der Willenskraft und Optimismus als seine größten Stärken nennt, sagte nach den Rennen: „Ich bin mit meiner Leistung zufrieden. Aber wir werden erst am Ende sehen, ob es zu etwas Großem reicht.» Lob für den Deutschen gab es von Spitzenreiter Dorian van Rijsselberge, der in sechs Wettfahrten schon fünfmal siegte und in den frischen Winden vor Weymouth kaum zu schlagen scheint: „Toni ist gut drauf und echt schnell unterwegs.“
 
   „Die Surfer machen ihre Sache sehr gut“, sagte DSV-Vizepräsident Torsten Haverland, der die Segler der deutschen Olympiamannschaft in Weymouth besucht, „sie lassen sich auf ihrem Kurs nicht beirren, genießen die Wettfahrten und motivieren sich über Leistung und Spaß. Damit sind sie tolle Vorbilder für das ganze Team.“
 
   Dazu zählt auch Moana Delle vom Segelklub Bayer Uerdingen. Die 23 Jahre alte RS:X-Surferin kehrte mit den Rängen neun und fünf als Gesamt-Vierte mit strahlendem Lächeln in den Olympiahafen auf der Halbinsel Portland zurück und berichtete: „Ich hatte wieder sehr viel Spaß da draußen. Heute hatten wir schon fast typische Weymouth-Bedingungen. Es waren mehr Speedrennen, also eigentlich nicht so ganz meine Lieblingsbedingungen. Meine Starts waren ok. Ich habe in beiden Rennen die Nachstartphase nicht perfekt hinbekommen, dann aber wieder aufholen können.“ Die Surfer setzen ihre Serie nach dem Ruhetag am Samstag mit den Rennen sieben und acht fort.
 
   Einen Dämpfer mussten die Starbootsegler Robert Stanjek und Frithjof Kleen hinnehmen. Die Berliner vom Norddeutschen Regatta Verein und dem Verein Seglerhaus am Wannsee kassierten in ihrer siebten Wettfahrt eine Frühstart-Disqualifikation und kreuzten die Ziellinie der achten Wettfahrt als elfte. Damit fielen sie in der Gesamtwertung vor dem Medaillenrennen der besten zehn Starboot-Crews am kommenden Sonntag auf Platz acht zurück.
 
   Deputy Chef de Mission Nadine Stegenwalner sagte: „Der Frühstart ist natürlich ärgerlich für die Mannschaft. Er sollte nicht, kann aber in einem solchen Weltklassefeld passieren. Man muss ein gewisses Risiko in Kauf nehmen, wenn man sich mit den Besten messen will. Ich bin sicher, dass die beiden morgen noch einmal angreifen werden, um sich für das Medaillenrennen die bestmögliche Ausgangsposition zu verschaffen.“ In Führung liegen bei den Starbooten die Briten vor Brasilien und Schweden.
 
   Am Donnerstag startete auch die jüngste Mannschaft unter deutscher Flagge in die Olympia-Serie. Ferdinand Gerz und Patrick Follmann aus München, beide 23 Jahre jung, ersegelten bei ihrem Olympia-Debut in starken Winden um 20 Knoten die Ränge 15 und 17, liegen in der Gesamtwertung auf Platz 16. Steuermann Ferdinand Gerz vom Deutschen Touring Yacht Club sagte:
“Ich bin mit den Ergebnissen nicht unzufrieden, aber sie sind ausbaufähig.» In Führung liegen bei den 470er-Männern die Briten Luke Patience und Stuart Bithill.
 
   Um einen Platz verbessern konnte sich die Kieler 49er-Crew Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann, die nach acht Rennen auf Platz 18 liegt. Am Freitag greifen Lasersegler Simon Grotelüschen und Laser-Radial-Steuerfrau Franziska Goltz aus Kiel wieder ins Geschehen ein. Gefordert sind auch die Starboot-Mannschaft sowie die 49er sogar in drei Rennen. Neueinsteigerinnen sind die 470er-Frauen Kathrin Kadelbach und Friederike Belcher, die als letzte deutsche Crew in ihre Olympia-Premiere starten.

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