07/27/2012 17:56

Die Ruhe vor dem Sturm: Deutschlands Olympiasegler sind bereit

Category: Deutschland

DSV (Weymouth). Einen Tag vor der Eröffnungsfeier der XXX. Olympischen Spiele herrschte am Donnerstag im Lager der deutschen Olympiasegler Ruhe, Konzentration und Optimismus. Alle vier Seglerinnen und acht Segler sowie DSV-Sportdirektorin Nadine Stegenwalner als Deputy Chef de Mission werden am Freitag von Weymouth nach London fahren, um dort am Abend gemeinsam mit der Deutschen Olympiamannschaft ins Olympiastadion einzumarschieren. Angeführt werden die insgesamt 392 deutschen Athletinnen und Athleten von der Berliner Hockey-Nationalspielerin Natascha Keller als Fahnenträgerin.
 
   Die deutschen Segler sind bereits vor zehn Tagen in das Olympische Dorf auf der Halbinsel Portland eingezogen. Dort weht vor zwei der insgesamt 77 typisch britischen neu gebauten „Town Houses“ die deutsche Flagge. Eines der Häuser beherbergt die Trainer und Betreuer, eines die Seglerinnen und Segler. Bei ihrem Einzug profitierten die Sportler von der Vorarbeit Nadine Stegenwalners, die bereits am 11. Juli als erster internationaler Gast in das Olympische Dorf eingezogen war und viele Wege geebnet hat. RS:X-Surfer Toni Wilhelm sagte: „Man sieht vielleicht nicht immer, wie viel Arbeit in der ganzen Vorbereitung steckt, aber wir Sportler merken und danken es sehr! Unsere Sportdirektorin macht einen super Job und ist nonstop für uns im Einsatz.“
 
  Stegenwalner ihrerseits schaut optimistisch auf das Team und die bevorstehende große Aufgabe: „Wir bekommen vom DOSB sehr gute Unterstützung. Wir arbeiten, wir wirbeln, das sind die Olympischen Spiele mit ihren täglich neuen kleinen und großen Herausforderungen. Es hat sich als sehr sinnvoll erwiesen, frühzeitig anzureisen. Das Team macht einen konzentrierten Eindruck, die Stimmung ist gut.“ Wie für elf der insgesamt zwölf deutschen Seglerinnen und Segler werden es auch für Nadine Stegenwalner die ersten Olympischen Spiele sein - nur RS:X-Surfer Toni Wilhelm ist zum zweiten Mal dabei. Nadine Stegenwalner sagt: „Wir sind gut vorbereitet und die insgesamt sehr gute Quote von Athleten und Betreuern gibt allen die nötige Sicherheit. Ich vertraue unseren Sportlern und Trainern. Sie sind fokussiert und sind bereit.“

   Das Olympische Dorf der Segler, so Stegenwalner, sei „angenehm klein und familiär“.  Inzwischen gibt es auf Wunsch der deutschen Sportler sogar Vollkornbrot in der „Main Dining Hall“. Das große Zelt ist der Treffpunkt der  Segler aus aller Welt und kann etwa 500 Menschen gleichzeitig bewirten, während im riesigen Pendant im Olympischen Dorf mehrere tausend Gäste Platz finden.
 
   Die Aktiven können zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit dem Bus vom Olympischen Dorf  ins Regattazentrum und den Olympiahafen gelangen, die ebenfalls auf Portland beheimatet sind – gegenüber des Küstenortes Weymouth an der schönen Küste der Region Dorset. Betreut werden die Olympiasegler von sieben voll akkreditierten Trainern. „Alle Mannschaften haben ihre Wunschtrainer dabei“, so Stegenwalner, „wir sind sehr glücklich, dass wir diese Optimalkonstellation erreichen konnten“.

 
   Pierre Loquet betreut die RS:X-Surfer Toni Wilhelm (Dogern) und Moana Delle (Kiel), Thomas Rein die 49er-Crew Tobias Schadewaldt/Hannes Baumann (Kiel), Marek Chocian die 470er-Männer Ferdinand Gerz und Patrick Follmann (München) und Ruslana Taran die 470er-Frauen Kathrin Kadelbach und Friederike Belcher aus Berlin und Hamburg. Trainer für Laser-Radial-Steuerfrau Franziska Goltz ist Jürgen Brandstötter, Thomas Piesker ist an der Seite von Lasersegler Simon Grotelüschen aus Lübeck.
 
   Als erster wird Starboot-Trainer Alan Smith gefordert sein, denn seine Schützlinge Robert Stanjek und Frithjof Kleen aus Berlin starten bereits am 29. Juli als erstes deutsches Segelteam in die Olympische Regatta. Die deutschen Olympiasegler werden vor Ort außerdem vom Meteorologen Meeno Schrader, Bootsbauer Henning Seltmann, Strom-Experte Bernard Kryszak und den beiden Physiotherapeuten Frank Naeve und Johannes Nawrath unterstützt.
 
   Zum Auftakt der zweiwöchigen Olympischen Regatta vom 29. Juli bis zum 11. August erwarten die Segler mit Blick auf das anspruchsvolle Stromrevier zwischen Portland und Weymouth eher ungewöhnliche Bedingungen. Starboot-Vorschoter Frithjof Kleen sagte: „Es sieht so aus, als hätten wir mit sonnigen und moderaten Bedingungen zu rechnen. Wir nehmen es, wie es kommt. Die Vermessung für unser Boot steht am Freitagmorgen an. Dann freuen wir uns sehr auf die Eröffnungsfeier!“
 
   Der Deutsche Segler-Verband wünscht allen Seglerinnen und Seglern sowie allen Mitgliedern der Deutschen Olympiamannschaft den Erfolg, für den sie jahrelang sehr hart gearbeitet haben. Dem Motto der Deutschen Olympiamannschaft schließen wir uns besonders gerne an: „Wir für Deutschland“.
 


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