08/07/2012 14:35

Toni Wilhelm und Moana Delle kämpfen um Medaillen

Category: Deutschland
Der Surfer schreiben ihr olympisches Sommermärchen fort: Am Dienstag geht es für die RS:X-Könner um Silber und Bronze

Weymouth (DSV) – Am goldenen Sonntag der Briten haben sich vor Weymouth im Olympiarevier auch die deutschen Surfer ihr Medaillenchancen erarbeitet. Der Schwarzwälder Toni Wilhelm vom Württembergischen Yacht-Club startet als Gesamt-Dritter in sein Medaillenrennen am 7. August. Moana Delle vom Segelklub Bayer Uerdingen greift anschließend als Vierte an.
 
   Toni Wilhelm konnte seinen Vorsprung vor dem viertplatzierten Polen Przemyslav Miarcynski trotz seines bislang schwächsten Regattatages um einen Punkt ausbauen. Mit den Rängen 15 und 13 war Wilhelm am Sonntag nicht ganz zufrieden, musste in deutlich leichteren Winden an den vorausgegangenen Tagen einige Federn lassen. Doch der Mann aus Dogern profitierte davon, dass auch der Pole patzte. Nun startet der Sportwissenschaftler mit elf Punkten Rückstand auf den zweitplatzierten Briten Nick Dempsey und sechs Zählern Vorsprung vor dem Polen ins Finale der RS:X-Surfer.
 
   «Ich glaube fest an meine Chance auf eine Medaille. Sie ist mein großer Traum», sagte der sympathische Athlet aus Dogern, «die Devise ist klar: Ich werde Vollgas geben.» Die genaue Strategie werden Wilhelm und auch seine Trainingspartnerin Moana Delle mit ihrem Trainer Pierre Loquet vor dem Rennen festlegen. Spitzenreiter Dorian van Rijsselberge ist seine Goldmedaille allerdings nicht mehr zu nehmen. Er muss „nur“ noch das Medaillenfinale beenden.
 
   Moana Delle startet am Dienstag mit nur einem Punkt Rückstand auf den Silber- und Bronzeplatz in das Medaillenrennen der besten zehn RS:X-Surferinnen. Die Kielerin sorgte am Sonntag mit den Rängen drei und zwei für einen doppelt erfolgreichen Tag. Sie sagte: „Ich habe hart trainiert, härter als einige der anderen Mädchen, die hier gestolpert sind, und das zahlt sich jetzt aus. Ich will im Finale einfach so gut racen wie es geht und Olympia weiter genießen.“
 
   Nadine Stegenwalner, als Deputy Chef de Mission für die Segler der Deutschen Olympiamannschaft in Weymouth im Einsatz, sagte am Sonntag: „Was wir hier erleben, ist wie ein Surfer-Sommermärchen. Beide Surfer haben bislang eine herausragende Serie absolviert und mit ihrer Leidenschaft alle begeistert. Wir wünschen beiden ein Happy End am Dienstag.“
 
   Die Kieler 49er-Segler Tobias Schadewaldt und Hannes Baumann vom Norddeutschen Regatta Verein und vom Yachtclub Berlin-Grünau liegen zwei Wettfahrten vor ihrem Finale am 8. August auf Platz 13, nur einen Platz hinter den spanischen Olympiasiegern Iker Martinez und Xabier Fernandez. Das deutsche Duo hat zwar nach unglücklichem Auftakt keine Medaillenchancen mehr, kann aber noch das Finale der besten zehn der insgesamt 20 Gleitjollen-Crews erreichen.
 
   Im 470er segelten Kathrin Kadelbach vom Verein Seglerhaus am Wannsee und Friederike Belcher vom Norddeutschen Regatta Verein in Hamburg zur Halbzeit ihrer Serie auf Platz neun. Die 470er-Männer pausierten am Sonntag. Der Lübecker Lasersegler Simon Grotelüschen startet am Montag als Siebter ins Finale. Der 25-jährige Mediziner hat zwar keine Medaillenchancen mehr, kann aber noch bis auf Platz fünf vorrücken.

   Der achte Tag der Regatta stand ganz im Zeichen Großbritanniens: Die Gastgeber verpassten zwar das erhoffte Gold im Starboot – hier gewannen die Schweden Freddy Loof und Max Salminen aus Schweden knapp vor den Briten Iain Percy und Andrew Simpson sowie Robert Scheidt und Bruno Prada aus Brasilien. Englands Segelstar Ben Ainslie aber konnte den Erwartungen gerecht werden und ist mit seiner vierten Goldmedaille sowie der 1996 gewonnenen Silbermedaille erfolgreichster Olympiasegler aller Zeiten. Im Finale der Finn Dinghis verwies Ainslie den Dänen Jonas Hogh-Christensen auf Platz zwei. Bronze ging an Jonathan Lobert aus Frankreich.

   Die deutschen Starbootsegler Robert Stanjek und Frithjof Kleen verabschiedeten sich als Sechste von ihrer ersten Olympiateilnahme. Im Medaillenrennen erreichten die Berliner einen hervorragenden dritten Rang. Die Crew hofft auf ein Comeback des Starbootes für die Olympischen Spiele 2016 und würde in dem Fall eine zweite gemeinsame Olympiakampagne starten. Die Bilanz des Teams nach dem Olympia-Debut fasste Vorschoter Frithjof Kleen zusammen: “Wir haben viel gelernt und dafür sind wir dankbar. Natürlich hätten wir lieber eine Medaille gewonnen, aber noch haben die drei führenden Mannschaften hier in einer eigenen Welt gesegelt.” Auf dem Siegerpodest  für die Starboot-Crews waren am Sonntagabend zwölf bereits gewonnene olympische Medaillen versammelt. Für die jungen deutschen Segler eine große Motivation und Inspiration für die Zukunft.
 
   Noch ein Hinweis zu Übertragungen aus dem Olympiarevier: ARD und ZDF übertragen ausgewählte Wettfahrten von der olympischen Segelregatta vor Weymouth täglich in ihrem Live-Stream (zdfsport.de und sportschau.de).

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