07/29/2012 14:22

Wie in einem wunderbaren Traum

Category: Deutschland
Deutschlands Olympiasegler erwarten nach der Eröffnungsfeier den ersten Regattastart der Starboote

DSV (Weymouth). Die Zeit der Vorbereitungen ist vorbei. Die Olympischen Spiele haben mit der filmreifen und mitreißenden Eröffnungsfeier im Londoner Olympiastadion begonnen. Mit dabei waren elf der zwölf deutschen Olympiaseglerinnen und –segler. Nur Starboot-Steuermann Robert Stanjek hatte zugunsten seiner konzentrierten Vorbereitung auf den ersten Regattastart am Sonntag um 13.30 Uhr Ortszeit (14.30 Uhr deutscher Zeit) verzichtet.
 
   „Es war ein Erlebnis, fast wie in Trance“, erzählte 49er-Steuermann Tobias Schadewaldt aus Kiel nach der Rückkehr der Mannschaft aus London, „ich habe es als tolle Geste empfunden, dass die Briten sieben junge Nachwuchsathleten ausgewählt haben, um das olympischen Feuer zu entzünden. Wir standen vielleicht 20, 30 Meter von der Flamme entfernt und konnten die Wärme im Gesicht spüren.“ Auch der Lübecker Laser-Steuermann Simon Grotelüschen erlebte den Einmarsch der Nationen und den fröhlichen Auftritt der Deutschen Olympiamannschaft „wie in einem Traum“.
 
   470er Steuerfrau Kathrin Kadelbach berichtete von der ehrfürchtigen Stille im Stadion kurz bevor das olympische Feuer die Gesichter der Menschen erleuchtete und viele Herzen erwärmte: „Das war der wichtigste Moment.“ Ihre Hamburger Vorschoterin Friederike Belcher nannte drei Höhepunkte, die sie nicht vergessen wird: „Die olympische Flamme, unseren Einmarsch mit der deutschen Mannschaft, und den Augenblick, in dem das britische Team einmarschierte und die Zuschauer losbrüllten.“
 
   Nadine Stegenwalner, als Deputy Chef de Mission für die deutschen Segler bereits seit zweieinhalb Wochen im Einsatz, sagte nach der bewegenden Eröffnungsfeier: „Es war ein gutes Gefühl, als Teil der Deutschen Olympiamannschaft dabei zu sein. Unser Team ist harmonisch und gleichzeitig fokussiert. Ich hoffe und wünsche jedem einzelnen, dass sie oder er am Ende dieser Olympischen Spiele mit dem Gefühl nach Hause fahren kann, alles gegeben und alles herausgeholt zu haben. Wenn das gelingt, dann kommt der Erfolg von ganz alleine.“
 
   Darum kämpfen als erste Robert Stanjek und Frithjof Kleen, deren Starboot ohne Beanstandung durch die Vermessung gegangen war. Mit guter Geschwindigkeit hinterließen die beiden Berliner im Trainingsrennen am Samstag einen guten Eindruck und wollen ab heute zeigen, warum sie 2011 Vize-Weltmeister wurden. „Wir sind bereit und freuen uns auf diese Herausforderung“, sagte Frithjof Kleen. Die beiden ersten Rennen finden auf dem Nordkurs in der Bucht von Weymouth statt. Gleichzeitig starten die Wettfahrten in den Disziplinen Finn Dinghi und Match Race Frauen – beide ohne deutsche Beteiligung.

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